Größenverteilung: Die unterschätzte Grundlage jeder Kollektion

Ein Problem, das viele Fashion Brands erst spät erkennen

Die Größenverteilung einer Kollektion gehört zu den meist unterschätzten Entscheidungen in der Fashionproduktion. Viele Marken konzentrieren sich zunächst auf Design, Materialien und Branding – während die eigentliche Produktionsplanung erst später in den Fokus rückt.

Spätestens wenn die ersten Produktionsmengen kalkuliert werden müssen, taucht jedoch eine entscheidende Frage auf: Wie viele Teile sollen eigentlich produziert werden – und wie verteilt man diese Stückzahlen sinnvoll auf die einzelnen Größen? Gerade junge Fashion Brands unterschätzen, wie stark diese Entscheidung den wirtschaftlichen Erfolg einer Kollektion beeinflussen kann. Eine falsche Planung führt schnell zu überfüllten Lagern, fehlenden Größen oder unnötig gebundenem Kapital.

Dabei ist die Größenverteilung einer Kollektion keine rein technische Produktionsentscheidung, sondern eine strategische Grundlage.

Warum die Größenverteilung einer Kollektion selten gleichmäßig sein sollte

Ein häufiger Fehler besteht darin, jede Größe in der gleichen Menge zu produzieren. Auf den ersten Blick wirkt diese Lösung logisch und fair. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell ein anderes Bild.

Die Nachfrage verteilt sich selten gleichmäßig über alle Größen. Mittlere Größen verkaufen sich in vielen Fällen deutlich schneller, während sehr kleine oder sehr große Größen langsamer rotieren. Wenn jede Größe in identischer Stückzahl produziert wird, entstehen häufig zwei Probleme gleichzeitig: Einige Größen sind früh ausverkauft, während andere langfristig im Lager bleiben.

Eine durchdachte Größenverteilung der Kollektion sorgt deshalb dafür, dass die Produktion näher an der tatsächlichen Nachfrage liegt.

Warum Zielgruppe und Produkt die Größenverteilung beeinflussen

Es gibt keine universelle Größenverteilung, die für jede Marke funktioniert.

Die optimale Größenverteilung einer Kollektion hängt stark von mehreren Faktoren ab:

  • Zielgruppe der Marke
  • Passform und Silhouette der Produkte
  • Preissegment
  • Vertriebskanäle
  • regionale Märkte

 

Eine Streetwear-Marke mit oversized Schnitten wird andere Größenverteilungen benötigen als eine Marke mit stark taillierten Silhouetten oder eine Brand im Activewear-Bereich. Deshalb sollte die Planung nicht nur auf Standardannahmen basieren, sondern auf einer klaren Einschätzung der eigenen Zielgruppe.

Stückzahlen realistisch kalkulieren

Neben der Größenverteilung spielt auch die Gesamtmenge der Produktion eine entscheidende Rolle.

Gerade bei ersten Kollektionen überschätzen viele Marken die Nachfrage. Eine zu hohe Produktionsmenge bindet Kapital und erhöht das Risiko von Restbeständen. Eine kleinere, kontrollierte Produktionsmenge kann dagegen mehrere Vorteile haben. Sie reduziert das finanzielle Risiko, ermöglicht realistische Verkaufsanalysen und schafft Spielraum für spätere Nachproduktionen.

Wie wichtig ein klarer Fokus bei den ersten Produkten ist, haben wir auch in unserem Artikel
„Die erste Kollektion braucht Fokus – keine Fülle“ beschrieben:
https://nabr-studios.de/die-erste-kollektion-braucht-fokus-keine-fulle/

Unterschiedliche Produkte brauchen unterschiedliche Stückzahlen

Auch die Art der Produkte beeinflusst die Produktionsplanung.

Schlichte Kernprodukte lassen sich meist stabiler kalkulieren, da sie vielseitiger tragbar sind und eine breitere Nachfrage haben. Sie können deshalb oft in höheren Stückzahlen produziert werden. Aufwendigere Designs oder Statement Pieces dagegen sind schwerer vorhersehbar. Hier kann eine vorsichtigere Produktionsmenge sinnvoll sein, um das Risiko von Überbeständen zu reduzieren.

Eine strategische Größenverteilung der Kollektion berücksichtigt deshalb nicht nur Größen, sondern auch unterschiedliche Produkttypen innerhalb der Kollektion.

Beispiel für eine realistische Größenverteilung

Ein einfaches Beispiel zeigt, wie eine typische Größenverteilung einer Kollektion aussehen kann.

Angenommen, eine Marke produziert 100 T-Shirts in den Größen XS bis XL.

Größe

Stückzahl Anteil

XS

10 10%

S

25

25%

M

30

30%

L 25

25%

XL 10

10%

Diese Verteilung spiegelt wider, dass mittlere Größen häufig stärker nachgefragt werden.

Natürlich kann die tatsächliche Nachfrage je nach Zielgruppe variieren. Entscheidend ist jedoch, dass eine realistische Größenverteilung der Kollektion selten vollkommen gleichmäßig ist.

Fazit

Design spielt eine zentrale Rolle in jeder Kollektion. Dennoch entscheidet oft die Produktionsplanung darüber, ob eine Kollektion wirtschaftlich funktioniert. Die Größenverteilung einer Kollektion gehört deshalb zu den wichtigsten Grundlagen der Produktionsstrategie. Wer hier sorgfältig plant, reduziert Risiken, vermeidet Überbestände und schafft eine stabile Basis für den Verkauf. Eine erfolgreiche Kollektion entsteht nicht nur durch gutes Design, sondern durch eine Planung, die Kreativität und Produktionslogik miteinander verbindet.


NABER STUDIOS IS A BERLIN BASED CREATIVE AGENCY WITH +9 YEARS OF EXPERIENCE IN DESIGN & PRODUCTION.

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